Ein wildes Tier, die Orgel hier
in Mühlburgs heil’gen Mauern!
Wer unverzagt zu spielen wagt,
ist wahrlich zu bedauern.
Nicht nur schöne
Dauertöne
zerstören Kirchenlieder.
Gar manch’ Kantor
hernach sich schwor:
Hier spiel’ ich nimmer wieder!
Das Instrument
kein’ Gnade kennt;
wer mag sich da nicht schämen!
Es heult und dröhnt,
ein jeder stöhnt;
Karl-Friedrich muss sich grämen.
Die ganz’ Gemein’ stimmt klagend ein:
Wer kann die Qual uns nehmen?
Der Organist jedoch mit List
beginnt, das Biest zu zähmen.
Die Tasten drückt
er ganz verzückt.
Mal fällt es leicht, auch mal schwer.
Nun singt man gern,
lobt Gott, den Herrn,
und dankt dem Pfeifendompteur.
–
* Werner Breitenstein
** Wilhelm Busch